SEO-freundliche URLs: Was sollten Sie beim Redesign ändern?
Eine URL ist die Adresse einer Ressource im Internet, beispielsweise einer einzelnen Webseite. Google Search Central erläutert in einer neuen Folge von The Non-Canonical Cabinet, warum Seitenadressen einfach und für Menschen lesbar sein sollten. Für Ihr Redesign bedeutet das: Benennen Sie neue Pfade verständlich, aber ändern Sie funktionierende bestehende Adressen nicht allein aus kosmetischen Gründen. Wenn eine Änderung nötig ist, planen Sie passende Zielseiten, dauerhafte Weiterleitungen und aktualisierte interne Links gemeinsam.
Was erklärt Google neu über verständliche URLs?
Am 14. Oktober 2026 veröffentlichte Google Search Central die erste Folge von The Non-Canonical Cabinet. Googles neue Erläuterung zu Domainnamen und URL-Pfaden behandelt unter anderem Sonderzeichen und die Trennung von Wörtern. Die offizielle Beschreibung empfiehlt einfache, lesbare Adressen für Menschen.
Das ist ein neuer Erkläranlass, kein angekündigtes Ranking-Update. Die schriftlichen Empfehlungen zur URL-Struktur bestehen bereits. Daraus folgt keine Pflicht, beim nächsten Redesign sämtliche Seiten umzubenennen.
Die entscheidende Frage lautet vielmehr: Hilft die neue Adresse Ihren Besuchern dauerhaft, den Inhalt zu verstehen? Ein zusätzlich eingebautes Keyword allein ist noch keine überzeugende Projektbegründung. Lesbarkeit ersetzt weder hilfreiche Inhalte noch eine technisch funktionierende Website und garantiert keine bessere Platzierung.
Wie sieht eine verständliche Seitenadresse aus?
Domain und Pfad sind unterschiedliche Bestandteile einer URL. Die Domain bezeichnet den angefragten Webserver, der Pfad die dort angeforderte Ressource. Der Pfad muss dabei keine physische Datei abbilden. Die MDN-Erklärung zum Aufbau einer URL erläutert diese Unterschiede und den Orientierungsnutzen lesbarer Adressen.
Ein hypothetisches Beispiel: /leistungen/heizungswartung verrät vor dem Öffnen mehr über den Inhalt als /seite?id=8472. Das macht die zweite Variante nicht automatisch technisch unzulässig. Parameter, also zusätzliche Angaben nach dem Fragezeichen, können eine sinnvolle Funktion erfüllen.
Für neue Seiten helfen diese Regeln aus Googles Empfehlungen für verständliche URLs:
- Verwenden Sie beschreibende Wörter in der Sprache Ihrer Zielgruppe statt schwer verständlicher Kennungen.
- Trennen Sie Wörter möglichst mit Bindestrichen statt Unterstrichen.
- Vereinbaren Sie eine einheitliche Schreibweise. Google unterscheidet Groß- und Kleinschreibung im Pfad.
- Vermeiden Sie unnötige Parameter, die den Inhalt nicht verändern.
Praktisch können Sie für neue Pfade Kleinschreibung festlegen. Bestehende Varianten sollten Sie deshalb aber nicht ungeprüft löschen. Entscheidend bleibt, welche Adresse tatsächlich welchen Inhalt ausliefert und welche Links darauf verweisen.
Welche URL-Entscheidung passt im Vergleich zu Ihrem Redesign?
Ein Redesign verändert den Auftritt, nicht zwangsläufig die öffentliche Adresse jeder Seite. Der historische W3C-Grundsatz zu dauerhaft erreichbaren Adressen erinnert an einen wichtigen Punkt: Sie kennen nicht alle externen Links und Lesezeichen, die auf Ihre bisherigen Seiten zeigen.
Für Ihre Planung lassen sich drei Optionen unterscheiden:
| Option | Wann sinnvoll? | Was ist zu beachten? |
|---|---|---|
| Bestehende URLs beibehalten | Die Adressen sind verständlich und passen weiterhin zum Inhalt. | Neue Gestaltung und Navigation müssen keine Umbenennung auslösen. |
| Einzelne URLs gezielt ändern | Eine Adresse ist irreführend oder der Inhalt wird neu zugeordnet. | Jede Änderung braucht ein passendes Ziel und eine dauerhafte Weiterleitung. |
| Eine neue Struktur planen | Das Angebot wird grundlegend neu geordnet. | Alt-Neu-Zuordnung, technische Umsetzung und Tests müssen für die betroffenen Seiten leistbar sein. |
Unsere Empfehlung: Wählen Sie die kleinste Änderung, die das konkrete Problem löst. Eine komplette Neuordnung kann sinnvoll sein, ist aber kein Qualitätsmerkmal an sich. Notieren Sie deshalb für jede geplante Änderung den inhaltlichen Grund. So bleibt die Entscheidung auch für Entwicklung und Redaktion nachvollziehbar.
Was gehört bei notwendigen Änderungen in den Projektauftrag?
Fordern Sie vor der Umstellung eine Alt-Neu-Liste an. Darin stehen die bisherige URL, die künftige Zieladresse oder die Entscheidung „beibehalten“, der Änderungsgrund, die technische Zuständigkeit und der Prüfstatus. Eine Liste nur mit neuen Wunschnamen reicht nicht.
Googles Anleitung für URL-Änderungen beschreibt die passende Zuordnung und dauerhafte serverseitige Weiterleitungen. Dabei führt die alte Adresse möglichst direkt zur endgültigen neuen Seite, beispielsweise über den HTTP-Status 301 oder 308. Leiten Sie unterschiedliche alte Leistungsseiten nicht pauschal auf die Startseite um: Das Ziel sollte zum bisherigen Inhalt passen.
Vereinbaren Sie zusätzlich diese Abnahmepunkte:
- Ziele prüfen: Die vorgesehenen neuen Seiten sind erreichbar und enthalten den passenden Inhalt.
- Weiterleitungen testen: Alte Adressen führen zum vorgesehenen endgültigen Ziel, nicht über unnötige Zwischenstationen.
- Interne Links anpassen: Navigation und Textlinks verweisen direkt auf die neuen Adressen.
- Seitenangaben abgleichen: Canonical-Verweise, also Angaben zur bevorzugten Seitenadresse, und die Sitemap verwenden die vorgesehenen neuen URLs.
Prüfen Sie die Zuordnung vor dem Start und die tatsächlichen Aufrufe nach der Umstellung. Wer die Nachkontrolle übernimmt, gehört ebenfalls in den Auftrag. Google weist darauf hin, dass bei erheblichen Änderungen vorübergehende Ranking-Schwankungen möglich sind. Auch sorgfältige Planung ist deshalb keine Garantie für unveränderte Suchpositionen.
Häufige Fragen
Müssen Sie beim Redesign alle URLs ändern?
Nein. Design, Inhalte und Navigation lassen sich häufig überarbeiten, während bestehende Adressen erhalten bleiben. Ändern Sie eine URL gezielt, wenn der bisherige Name nicht mehr zum Inhalt passt oder die Neuordnung einen nachvollziehbaren Nutzen bietet.
Sind Umlaute in einer URL verboten?
Nein. In URL-Pfaden sind Umlaute möglich. In Links müssen Nicht-ASCII-Zeichen entsprechend percent-kodiert werden, also durch passende Prozent-Zeichenfolgen dargestellt werden. Schreibweisen mit ae, oe oder ue sind eine mögliche einheitliche Konvention, aber keine allgemeine Google-Pflicht.
Was kostet die Überarbeitung einer URL-Struktur?
Der Aufwand hängt von den betroffenen Seiten, der Zuordnung und den technischen Zugriffsmöglichkeiten ab. Auch Weiterleitungen und Tests gehören dazu. Lassen Sie diese Aufgaben im Projektumfang aufführen. Die Übersicht zu Leistungen und Projektumfang ersetzt kein individuelles Angebot für Ihre konkrete Umstellung.
Welche Voraussetzungen brauchen Weiterleitungen?
Sie benötigen bekannte alte und neue Zieladressen sowie passende Zugriffsmöglichkeiten auf Hosting, Serverkonfiguration oder Weiterleitungsfunktionen des CMS. Klären Sie vorab, wer dauerhafte serverseitige Weiterleitungen einrichten und testen kann. Ein bestimmtes CMS ist dafür nicht zwingend vorgegeben.
Welche Alternative gibt es zum kompletten URL-Umbau?
Erhalten Sie gute Adressen, benennen Sie neue Seiten einheitlich und ändern Sie nur begründete Einzelfälle. So können Sie die Website modernisieren, ohne die gesamte Adressstruktur anzutasten. Für jede verbleibende Änderung brauchen Sie trotzdem eine saubere Zuordnung und Nachkontrolle.